Nachfolgeplanung im Unternehmen – Warum?

Nachfolgeplanung ist der Ausgangspunkt, um den Übergang unternehmerischen Vermögens auf die nachfolgende Generation erfolgreich zu meistern. Nur durch sie kann der Erbfall – eine der größten Herausforderungen für den Fortbestand und das Wachstum eines Unternehmens – sicher gestaltet werden.

Nachfolgeplanung heißt auch, Alternativen zur familieninternen Nachfolge zu bedenken, so z.B. die Veräußerung des Unternehmens an Dritte oder aber die Suche nach einem unternehmerischen Partner.

«Wer sich auf die gesetzliche Erbfolge verlässt
baut auf Sand!»

Die Entstehung einer Erbengemeinschaft aufgrund der gesetzlichen Erbfolge des BGB ist gerade kein Garant für den Fortbestand unternehmerischen Vermögens, im Gegenteil.

Denn für die Erbengemeinschaft gilt:

  • Alle Erben haften für die Unternehmensschulden, auch wenn sie mit der Geschäftsführung im Unternehmen gar nicht befasst sind;
  • die Verwaltung des Unternehmens unterliegt hinsichtlich der Verfügungen dem Einstimmigkeitsprinzip aller Miterben;
  • jeder Miterbe kann prinzipiell jederzeit die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft und damit die Aufgabe des Unternehmens verlangen und erzwingen;
  • die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft verursacht zusätzliche erhebliche Kosten
  • die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft kann zur steuerschädlichen Aufdeckung der stillen Reserven im Unternehmen führen

Fazit: Die Fortführung des Unternehmens durch die Miterbengemeinschaft ist grundsätzlich nicht empfehlenswert. Eine an den individuellen Bedürfnissen der Unternehmerfamilie ausgerichtete Nachfolgeplanung tut not. Ein gängiges, kopierfähiges Modell gibt es nicht.

Vorausdenken – Nachfolgeplanung jetzt!

Schnelles Handeln beseitigt das Risiko unvorhersehbarer Schicksalsschläge. Sind minderjährige Kinder vorhanden droht im Erbfall die „Unternehmenslenkung durch Ergänzungspfleger und Familiengericht“. In soweit empfehlen wir als ersten Schritt geeignete „Sofortmaßnahmen“. Anschließend folgt die Nachfolgeplanung für den planmäßigen Verlauf der Übergabe auf der Basis einer umfassenden Analyse der rechtlichen, finanziellen und betriebswirtschaftlichen Strukturen der Unternehmerfamilie und des Unternehmens.

Vorteile einer langfristig angelegten Nachfolgeplanung

  • Stufenweise Einführung und Beteiligung des Unternehmensnachfolgers;
  • Schutz vor unvorhergesehenen Liquiditätsabflüssen im Todesfall durch Ausgleichsansprüche, Pflichtteilsansprüchen und/oder Abfindungszahlungen an weichende Erben;
  • Verhinderung der Zersplitterung des Unternehmens;
  • Strukturierung des Privatvermögens zur Erfüllung von Ansprüchen im Erbfall und zum Zwecke der Versorgung;
  • Sicherung der Versorgung der von der Nachfolge ausgeschlossenen Angehörigen;
  • Nutzung lebzeitiger Vermögensübertragungen als effektive Strategie zur Minimierung der erbschaftssteuerlichen Belastung (Stichwort: Minimierung des Zugriffs des Erbschaftsteuerfiskus)

Besteht bei mir Handlungsbedarf?

Ob bei Ihnen Handlungsbedarf besteht, können Sie selbst durch Beantwortung der nachstehenden Fragen ermitteln:

  • Ist ein formwirksames Testament vorhanden?
  • Ist das Testament mit den Gesellschaftsverträgen abgestimmt (Stichwort: qualifizierte Nachfolgeklausel)?
  • Ist meine Vorstellung, auf wen die Geschäftsanteile übergehen sollen, testamentarisch und gesellschaftsrechtlich richtig umgesetzt?
  • Verträgt sich die aktuelle Rechtsform meines Unternehmens mit dem plötzlichen Erbfall? (Problem insbesondere bei: Einzelunternehmen, Betriebsaufspaltung, OHG und der KG mit einer natürlichen Person als Komplementär)?
  • Sind die Ehefrau und die Kinder zumindest übergangsweise in der Lage, im operativen Geschäft, auf Gesellschafterebene und zur Regelung der Vermögensverhältnisse tätig zu werden? (Stichwort: Generalvollmacht)?
  • Gibt es zumindest eine überschlägige Planung der finanziellen Seite für den plötzlichen Erbfall?

Wie machen wir das?

Zusammen mit Ihnen erstellen wir einen Maßnahmenkatalog zur Sicherung einer reibungslosen Nachfolge. Ziel eines solchen Katalogs ist es, die Nachfolgefähigkeit des Familienunternehmens durch entsprechende (rechtliche) Gestaltung und Vermögensstrukturierung zu schaffen. Bestandteile eines solchen Kataloges sind insbesondere die Abstimmung des Gesellschaftsvertrages mit der letztwilligen Verfügung, Gestaltung von begleitenden Pflichtteilsverzichten und Eheverträgen, Übertragungen im Wege der vorweggenomnen Erbfolge (Stichwort. Schenkungen), Schaffung liquiditätsschonender Entnahme- und Abfindungsregelungen. Dabei behalten wir sowohl die Sicherung des Betriebs- als auch des Privatvermögens im Auge.

Wie sind die Konditionen?

Wir schließen mit Ihnen einen Beratungsvertrag. Unsere Beratung erbringen wir auf der Basis marktüblicher Stundensätze. Das Honorar ist damit abhängig vom Zeitaufwand. Wir unterrichten Sie regelmäßig über den angefallenen Zeitaufwand und besprechen den Umfang der noch erforderlichen Maßnahmen. Weil anwaltliche Beratung Vertrauenssache ist, gibt es bei uns keine Kündigungsfristen. Sie können den Vertrag jederzeit kündigen.

Rechtsanwalt Magnus Lang und Rechtsanwalt Dr. Martin Kasper sind zertifizierte Unternehmensnachfolgeberater (zentUma e. V.).